Jahrgangs Madeira

Jahrgangs Madeira

Vintage oder Frasqueira darf nur von den Castas nobres erzeugt werden und muss 85% von einer dieser Traubensorten sein, die auf dem Etikett vermerkt ist. Dieser Wein muss mindestens 20 Jahre im Holzfass reifen, ehe er verkauft werden darf. Dabei ist der Jahrgang und das Abfülldatum anzugeben.

Colheita darf nur von allen empfohlenen und genehmigten Rebsorten (85%) erzeugt werden und muss zu 85% aus der selben Weinlese sein und mindesten 5 Jahre gealtert sein. Dabei ist der Jahrgang und das Abfülldatum auf dem Etikett anzugeben.

Solera

Die Weine stammen von einem mindestens 5 Jahre im Fass gealterten Wein, der mit Wein aus derselben Rebsorte und Qualität, aber aus jüngeren Ernten aufgefüllt wird.

Jedes Jahr dürfen dem Fass nur max. 10% Wein entnommen werden und das nur so lange, bis der ursprüngliche Inhalt nach 10 Jahren erreicht ist. Dabei wird das Basisjahr als Jahrgang auf der Flasche angegeben Jahrgangs Madeira - Abbildung 1

Bei guten Erzeugern gilt dieses Verfahren als die Perfektion des Madeiras. Das Jahr auf der Flasche entspricht der ersten Abfüllung.

Madeira Rainwater, eine ganz besondere Geschichte

Ist nicht jetzt die Zeit, diesen Wein mit seiner bewegenden Geschichte wieder neu zu entdecken?

Denn kein Wein kann so altern und doch so jung bleiben.

Eine ganz besondere Geschichte hat der Madeira „Rainwater". - Regenwasser?

Heute wird dieser Wein als halbtrockener Madeira beschrieben, weil er weich ist wie Regenwasser und in seiner Farbe wie Stroh, das nach dem Regen glänzt.

Aber es gibt noch eine ältere Geschichte über diesen Wein:

Früher wurde der Madeira in Holzfässern zur Verladung auf die Schiffe über Bohlen an Deck gerollt.

Dabei löste sich ab und zu ein Holzspund des einen oder anderen Fasses. Madeira-Wein lief in geringen Mengen aus.

Die Arbeiter ersetzten den Schwund durch Meerwasser, um nicht gemaßregelt zu werden. In Boston, damals Neuengland, wurden die verschiedenen Fässer auf ihren Geschmack geprüft.

Ein paar Fässer hatten einen besonders würzigen feinen Geschmack, den man sich aber nicht erklären konnte, weil andere Fässer der gleichen Charge nicht so gut schmeckten.

Nach einigen Rückfragen bei den Exporteuren auf Madeira ging man dort der Sache mit viel Spürsinn auf den Grund. Das Geheimnis der besonders geschmacksintensiven Fässer konnte man natürlich nicht offenbaren. Es wäre zu blamabel gewesen. Also wurde unter strengster Geheimhaltung die Cuvée Rainwater deklariert und auch nach Boston •als Besonderheit vermarktet. Dort war man über die Flexibilität der Madeirenser bezüglich des besonderen Weines sehr erfreut und bestellte jetzt neben anderen Madeira Weinen auch die Cuvée Rainwater.

Heute ist natürlich kein Meerwasser oder Regenwasser in diesem Wein, aber die Erinnerung an die Geschichte wird in verschiedenen Erklärungen wach gehalten.

Der Rainwater der alteingesessenen portugiesischen Erzeuger ist eine feine Cuvée verschiedener Traubensorten. Dieser Wein schmeckt besonders gut in der kalten Jahreszeit zu Lebkuchen, Printen, Christstollen oder Bolo de Mel (Honigkuchen).