Die Verfahren der Kelterung

Gemeinsam ist allen Madeiras das Herstellungsverfahren: Vor oder nach der Gärung - je nach gewünschtem Süßegrad - wird 96%iger Weingeist zum Most gegeben und damit die Gärung gestoppt. Liebliche oder süße Qualitäten erhält man auch dadurch, dass man zum vergorenen Wein süßen Traubensaft, den Surdo hinzugibt.

Dann kommt die für Madeira typische Wärmebehandlung der Weine, Estufagem genannt. Der Wein wird in großen Fässern oder Edelstahltanks für mindestens 3 Monate durch Warmwasserschlangen auf ungefähr 45-50 Grad Celsius gehalten. Danach wird der Wein dem Estågio, einer Ruhephase von mindestens 90 Tagen unterzogen. Danach dürfen die Weine auf Flaschen abgefüllt werden. Was aber nicht vor dem 31.0ktober des zweiten Jahres nach der Lese erfolgen darf. Diese einfachen Weine sind meist Verschnittweine ohne Rebsortenbezeichnung.

Für bessere Qualitäten nimmt man kleinere Fässchen, die in der Estufa, einem Treibhaus vergleichbar, für längere Zeit von außen erwärmt werden.

Die allerfeinsten Weine erfahren eine Behandlung nach dem Canteiro-System. Die Bezeichnung ergibt sich dadurch, dass die Fässer auf hölzernen Stützen gelagert werden, die man Canteiros nennt. Sie lagern in südwärts gerichteten Räumen, oft auf dem Dachboden, und reifen mindestens 2 Jahre von der Wärme der Sonne. Die Canteiro Weine dürfen frühesten nach 3 Jahren, gerechnet ab dem I. Januar nach der Weinlese in den Verkauf kommen.

Die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass der Madeira vollständig oxidiert und Sich mit Sauerstoff verbindet. Er wird dabei goldbraun bis dunkelbraun und entwickelt den Altersoder Madeiraton. Was bei Tischweinen ein schwerer Fehler ist, wird hier und zum Beispiel auch beim Sherry Oloroso zum Vorteil. Weil der Madeira schon vollständig oxidiert ist, kann er nachher eigentlich gar nicht mehr altern.